Paradiesgarten EV.

„Manchmal ist der Mönch glückselig in Gott, als sei er bei Ihm im Paradies. Oft aber weint und betet er für die ganze Menschheit, beseelt von dem Wunsch, dass alle gerettet werden mögen. Die Welt besteht durch diese Gebete, und der Mönch ist berufen, für die Welt zu beten. Sie ginge zu Grunde, wenn es auf Erden keine Betenden mehr gebe.“

Das Gebet als tiefster Sinn des Klosterlebens: so hat es der berühmte Mönch und Seelenbegleiter Starez Siluan ausgedrückt. Er lebte auf dem Heiligen Berg Athos in Nordgriechenland und starb 1938. Heute verehrt man ihn in der orthodoxen Christenheit als Heiligen.

„Wenn einige Menschen zu Gebet werden, zu reinem Gebet, verwandeln sie die Welt, allein durch die Tatsache, dass sie da sind, dass es sie gibt.“

Der Theologe und Schriftsteller Olivier Clément

HPIM3377a - KopieDas griechisch orthodoxe Kloster des Hl. Georgs

Eben deshalb will der Verein Paradiesgarten e.V. die Nonnen unterstützen, die im Kloster des Hl. Georgs oberhalb des griechischen Dorfs Mouzaki leben. Eine alte Kirche und ein Gebäude, das als Kloster benutzt wird, inmitten dichter Bergwälder am Westrand der thessalischen Ebene. Man kann dort oben die Einsamkeit und Stille, die Klarheit der Luft und den Geruch der Natur förmlich schmecken. Ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. Zu Gott zu kommen. Mit Ihm im Gebet zu leben. Sich von Ihm erfüllen zu lassen. Im Kloster Agiou Georgiou wird das spürbar. Greifbar. Erlebbar. Morgens, vor Tagesanbruch, wenn die Nonnen sich im Rund der kleinen Kirche sammeln, vor der Ikonostase und angesichts all der Heiligen, die durch die Ikonen von den Wänden in den Raum strahlen, und in Gebeten, in Gesängen sich und den Raum wie ein Glockenklang erfüllen. Eine besondere Art von Liturgie, die nicht verstummt, sondern sich weiter durch den Tag zieht: Während der Arbeit, etwa mit den Schafen und Ziegen, oder bei der Pflege kranker und hilfsbedürftiger Schwestern und Frauen, die sie aufgenommen haben, oder beim Herstellen von Salben, dem Schneidern von Gewändern, dem Schreiben von Ikonen, oder während der beiden Mahlzeiten in der Trapeza, also dem Speisesaal. Schließlich das Gebet allein und für sich, in der Zelle, wenn sich nächtliche Stille über das Kloster gesenkt hat. Die Nonnen leben mit geöffnetem Herzen, um es immer mehr zu einer Kirche Christi werden zu lassen. So begleitet das Gebet unablässig ihr Leben, von morgens bis abends. Selbst, nachdem der Tag gemeinsam in der Kirche beendet worden ist. Denn die Gebete erfüllen auch die Nacht, durchziehen sogar den Schlaf. Eine ununterbrochene Verbindung mit Gott.

„Die Klostermenschen ziehen sich zurück aus der Welt, nicht weil sie die Welt hassen. Sie lieben sie vielmehr und helfen ihr, indem sie zu Gott beten, er möge die Welt retten. Seufzt nicht die Schöpfung nach Erlösung?“

Die Nonnen beten für die Schöpfung, für die ganze Welt. Und sie kommen aus aller Welt. Aus den USA etwa, Russland, Israel, Norwegen, aus Großbritannien und Frankreich, aus Bangladesh und der Ukraine, aus Griechenland natürlich und aus Deutschland. Wie Gerondissa Diodora (Stapenhorst). Sie ist die geistliche Mutter der Nonnen und leitet die Geschicke des Klosters.

Warum Hilfe für das Kloster?

Warum aber brauchen die Nonnen, deren Leben ganz der Hilfe dient, selbst dringend Hilfe? Weil das große Klostergebäude marode ist. Nässe dringt ein, zersetzt die Mauern. Schimmel wuchert an den Wänden der Zellen. Viele Nonnen werden krank. Die Feuchtigkeit, dazu Kälte ab November, Nebel und Regen, erste Nachtfröste, sogar Schneefälle. Im Winter ohnehin. Die Nässe bleibt bis weit in den Frühling. Das Haus aus den 70er Jahren, das an Stelle der alten, abgerissenen Klostergebäude errichtet wurde, ist billig und schnell gebaut. Es ist nicht isoliert. Fensterrahmen aus Eisen mit einfacher Verglasung. Die damals eingebaute Ölheizung ist inzwischen ersetzt worden durch eine zeitgemäße Anlage, die auf Holzbasis arbeitet und mit einem Wärmepuffer ausgerüstet ist.

Die Nonnen, die vor rund zehn Jahren in die lange verlassenen Räume eines ehemaligen Priesterseminars zogen, um das Kloster Agiou Georgiou wieder aufzubauen, müssen unter harten, geradezu unzumutbaren äußeren Bedingungen leben.

Armut bedeutet für sie nicht nur jene geistliche Grundhaltung, die bei allen Klostermenschen vorherrschen sollte. Sie ist vielmehr alltägliche Wirklichkeit, die das Leben dort oben vor große Herausforderungen stellt. Trotzdem ist nie ein Wort der Klage zu hören. Im Gegenteil. Stets herrscht eine Atmosphäre heiterer Gelassenheit. Das tägliche Brot, ohnehin ein Gottesgeschenk, wird ihnen meist als Spende ins Kloster gebracht, wie Gemüse vom Markt. Dafür bewirten die Nonnen zu Fest- und Feiertagen und an allen Sonntagen die vielen Gäste, die zum Kloster kommen. Sie teilen, was sie bekommen. Geistlich ohnehin. Aber auch ganz buchstäblich.

Die Bilder zeigen die die Schäden an dem derzeit desolaten Gebäude des Klosters vom hl. Georg. Sie sprechen für sich.

In dem zu Beginn der 70er Jahre als Priesterseminar rasch hochgezogenen Bau, der innen notdüftig an die Bedürfnisse eines Klosters angepasst worden ist,  leben 30 Nonnen.

Sie wurden vor einigen Jahren gerufen, um dort, wo bis in die 60er Jahre ein halbes Jahrtausend lang Mönche gelebt und gebetet hatten,  wieder ein klösterliches Leben aufzubauen.

Das historische Kloster

Von der historischen Anlage existiert nur noch die innen vollständig ausgemalte Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Alles andere ist abgerissen worden. Ein Foto zeigt die kleine Anlage, ehe sie dem Erdboden gleich gemacht wurde.

An Stelle dieses Klosters wurde dann das Gebäude hochgezogen, das als Priesterseminar gedacht war, aber bald nicht mehr gebraucht wurde und dann etliche Jahre leer stand. Bis 2003 die Nonnen aus einem Kloster bei Theben kamen, um das Iero Moni Ag. Georgiou “Karaiskake” wieder mit Leben zu füllen, das Hl Kloster des St. Georg.

Das Kloster heute und seine Bewohnerinnen

Die meisten der 30 Nonnen, die heute dort leben, sind zwischen 20 und 70 Jahre alt. Die jüngste von drei Novizinnen ist erst vierzehn und geht noch zur Schule. Die älteste Bewohnerin, eine Frau aus den Bergen, ist mit ihren 95 Jahren hilfsbedürftig und wird, wie einige andere auch,  von den Schwestern hingebungsvoll gepflegt. In dem Bauwerk sind die Kellien (Zellen) untergebracht, dazu Ikonenwerkstatt und Schneiderei (das Kloster schneidert geistliche Gewänder), die Trapeza (der Speisensaal) und die Küche mit Vorratsraum,  wenige (viel zu wenige) Bäder, ein Empfangs- und ein Sprechzimmer, ein kleiner Raum mit Devotionalien wie Weihrauch, Wachskerzen, Ikonen und Komboskini (Gebetsschnüre),  schließlich die Räume für kranke und pflegebedürftige Schwestern. Einige der Räume im obersten Stock unter dem Flachdach sind wegen Schimmels unbewohnbar.

Die Feuchtigkeit und die Kälte im Winter – oft fällt auch Schnee – führen bei vielen Schwestern zu Erkrankungen der Atemwege und Arthrose.

Hilfe ist dringend erforderlich, um das Nötigste zu veranlassen.

Hier setzt der Verein „Paradiesgarten e.V.“ an, um seinerseits, im übertragenen Sinn, das tägliche Brot mit den Nonnen zu teilen. Vom eigenen Überfluss etwas abgeben. Das ist auch eine geistliche, eine spirituelle Aufgabe.

Welche Hilfe kann geleistet werden?

Vor dem Hintergrund der kathastrophalen wirtschaftlichen Lage in Griechenland ist das Kloster in erster Linie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Da es dem Kloster materiell an nahezu allem fehlt, sind die Nonnen dort für jede finanzielle Spende genauso dankbar wie für alle hilfreichen Ideen. Von ärztlicher Unterstützung über Medikamente, Pflegemittel, Krankenbetten über Dämmplatten, Entfeuchter, Generatoren bis hin zur dringend benötigten kompetenten Handwerkshilfe vor Ort ist alles hoch willkommen. Für den Kontakt zum Kloster sorgt der Verein.


Ein Blick vom Kloster auf die Berge und auf das benachbarte Dorf Mavromati.
Das Kloster zum Hl. Georg Karaiskaki liegt oberhalb der thessalischen Ebene, nordwestlich der Stadt Karditsa. Die Anschrift lautet: I.M. Ag Georgios Karaiskaki, GR 43060 Mavormati/Karditsa.

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Nähere Informationen unter info@paradiesgarten-ev.com